Der Apotheker-Garten im Frühling

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Der Winter ist noch nicht ganz zu Ende – die Temperaturen sind nachts teilweise nur knapp über dem Gefrierpunkt – und schon zeigen sich erste Frühlingsboten.

Adonisröschen im Apothekergarten

Hier im Apotheker-Garten wie auch in freier Natur an geschützten Stellen leuchten am Tag die gelben Blüten des Huflattich (Tussilago farfara). Bei schönem Wetter folgen sie dem Lauf der Sonne, bei schlechtem Wetter bleiben sie geschlossen. Die getrockneten Blätter und Blüten enthalten Pflanzenschleim und können bei Husten zur Reizlinderung eingesetzt werden. Ebenfalls vorhandene Alkaloide verbieten jedoch eine längerfristige Anwendung oder den Einsatz während der Schwangerschaft.

 

Im Bereich der Herz-Kreislauf-Drogen ist das Adonisröschen (Adonis vernalis) zeitlich allen voran. Auf dem zierlichen Pflanzenkörper sitzen große, gelbe Blüten. Das Kraut enthält herzwirksame Glykoside, die exakt dosiert von der Industrie in Herzpräparaten eingesetzt werden. Da das Adonisröschen in Deutschland nur sehr selten in der freien Natur anzutreffen ist, steht es unter Naturschutz.

 

Frauenmantel

Ohne Blüten aber mit dichtem Blätterwuchs zeigt sich auch schon der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Seine fächerartigen Blätter sammeln Silber glänzende Wassertropfen, die schon im Mittelalter die Phantasie der Menschen beschäftigten. Der Versuch der mittelalterlichen Alchimisten, aus gesammelten Tropfen edles Gold herzustellen, musste scheitern. – Auch nach der Signaturenlehre hilft Alchemilla bei Frauenbeschwerden, da das gefaltete junge Blatt dem Faltenwurf des Mantels der Gottesmutter ähnelt. Die getrockneten Blätter als Tee zubereitet werden auch heute bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt.

Wir danken den örtlichen Apotheker Dr. Gerhard Kram für diesen Beitrag.

 

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