
| Die Franziskaner in Neukirchen b.Hl.Blut |
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Die Franziskaner und das Kloster Neukirchen beim Heiligen BlutFranziskus – Franziskaner – Franziskanisch bedeuten recht vielerlei: Poetische Nuancen von Schönheit kommen einem da in Erinnerung: Naivität, Phantasie, Einfachheit, Freude, und zu allererst: Gottinnigkeit. Mit dem Franziskanischen werden Werte verbunden wie Rechtschaffenheit, Wohlwollen, Anspruchslosigkeit, Offenheit, Liebe zur Natur. Niemand zweifelt daran, dass das Gewicht, das die Franziskaner heute haben, immer noch von ihrem Ordensgründer Franziskus herkommt und vor allen Dingen geistlicher Natur ist.
100 Jahre vor der Säkularisation bewährten sich die Franziskaner 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg, in dem Bayern auf Seiten Frankreichs stand, als Schutzschild der geflohenen Bevölkerung und Besänftiger der österreichisch-böhmischen Eroberer.
2000-2003 wurde der Jahrzehnte nicht mehr genutzte Nordbau, der einstmals das Studium beherbergte, zum "Grenzüberschreitenden Wallfahrts- und Begegnungszentrum" umgebaut. Gruppen von Wallfahrern, insbesondere der großen Chodenwallfahrt von jenseits der Grenze, können damit ein Dach über dem Kopf für Selbstverköstigung angeboten werden, die Wallfahrt selbst kann durch weitere Begegnungen besonders mit Jugendlichen und jungen Familien in Seminaren und Wochenendveranstaltungen auf einer breiteren Basis stehen. Damit glauben die Franziskaner, ihre Jahrhunderte alte Präsenz am Ort zukunftweisend fortzusetzen und dem völkerverbindenden Charisma des Marienwallfahrtsortes an der Grenze eine zeitgemäße Ausprägung zu geben. Es ist klar, dass sie diese neue Aufgabe nicht allein bewältigen können, sondern nur weil sie darin von der Bevölkerung durch ein Kuratorium unterstützt werden und weil kommunale und staatliche Stellen darin eine fördernswerte Initiative für das Haus Europa sehen. Als geistliche Väter wollen die Franziskaner aber dabei sein.
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Früher haben die Brüder von den bei den Leuten gesammelten Lebensmitteln und vom Ertrag eines verhältnismäßig großen Gartens leben können. Da der Garten für den Eigenbedarf nur mehr zu einem geringen Teil benötigt wird, ist er seit kurzem als eine Art Umweltgarten in den Dienst der Verkündigung des Anliegens gestellt, das dem heiligen Franziskus besonders am Herzen lag: Die ehrfürchtige Bewahrung der Schöpfung. Heilpflanzen wachsen dort und Pflanzen, die schon in der Bibel vorkommen - soweit sie bei uns gedeihen. Nach der Sanierung des Klosters und des Nordbaus wurde hier die dritte große Aufgabe zu Ende gebracht.
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Haus zur Aussaat - Begegnungszentrum Neukirchen beim Heiligen Blut - Tel. 0049 (0)9947 / 90 28 85.


Dabei teilen sie dieses Charisma mit den Minoriten ("Schwarzen Franziskanern") und den Kapuzinern, die sich ebenfalls auf Franziskus berufen. Wirklich vermittelt wird das Franziskanische im Lauf der Geschichte durch Männer und Frauen, die sich von der Art und Weise, wie Franziskus das Evangelium gelebt hat, angesprochen fühlen und sich auf das gleiche Abenteuer einlassen wie er.
Das Kloster bekam einen nördlichen Erweiterungsbau, in dem 1723 – 1744 der eigene Ordensnachwuchs Philosophie studierte und auch strebsame junge Männer der Gegend daran teilnehmen konnten. "Philosophie" war damals wohl Logik und Metaphysik, aber auch vieles, was heute den Lehrstoff der Oberklassen eines Gymnasiums bildet, und das auf Lateinisch! 1745 – 1776 dagegen wurden die schon zu Priestern geweihten jungen Patres noch in praktischer Theologie oder theologischer Praxis ausgebildet; an der Wallfahrtskirche hatten sie ein ausgedehntes Übungsfeld. 